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Interview mit...
Prof. Dr. Markus Pillmayer Professor an der Hochschule München und Mitglied im Beirat des DI Tourismusforschung
Was bedeutet es für dich, im Beirat des DI Tourismusforschung mitzuwirken?
Zum einen ist es für mich eine Ehre, da ich das DI Tourismusforschung für eine immanent wichtige Einrichtung in der deutschen Tourismuslandschaft halte. Von dort gehen Impulse aus, von denen sowohl die Tourismuswissenschaft und -forschung als auch insbesondere die Tourismuswirtschaft und v.a. Tourismuspolitik lernen und profitieren können. Zum anderen ist mir der kollegiale Austausch mit den verschiedenen Beiräten sehr wichtig, um deren Themen und Herausforderungen zu verstehen.
An der Hochschule München hat das Sommersemester gerade begonnen: Welche Herausforderungen kommen aus deiner Sicht auf die Lehrenden zu?
Auf alle Fälle der zunehmende Einsatz rund um KI. So bedeutet die Identifikation von bspw. halluzinierenden Quellen in wissenschaftlichen Arbeiten für uns als Lehrende einen extremen Zeitaufwand, der bis dato noch überhaupt nicht wertgeschätzt wird. Des Weiteren natürlich alle Themen, die für die Branche aktuell Relevanz haben und die wir in der Lehre abbilden sollten: Einreisebedingungen in die USA, Irankrieg, Ukrainekrieg, Klimawandel, Tourismusakzeptanz, um nur ein paar wenige zu nennen.
Welche Entwicklungen in der Tourismusbranche beschäftigen dich aktuell besonders?
Alles rund um die öffentliche Tourismusfinanzierung. Wir alle wissen, dass sich das bestehende System ändern muss, sofern man gerade im Destinationsbereich zumindest den Status Quo halten möchte. Wir wissen aber auch, dass sich mit der bestehenden Finanzierung – Stichwort öffentliche Haushalte, die immer mehr unter Druck geraten – die Herausforderungen der Zukunft nur schwerlich bewerkstelligen lassen. Hier brauchen wir also Alternativen.
Welche Publikation hast du zuletzt gelesen, die dich wirklich begeistert hat?
Da gibt es sicherlich einige, ich würde aber die von C. Michael Hall (2026), “Will this editorial prevent me from travelling to the United States? Geopolitical change and the metagovernance of tourist mobility in the contemporary world” (DOI: 10.1080/13683500.2026.2614129) empfehlen. Dabei geht es darum, dass sich die sog. „Metagovernance des Tourismus“, also bspw. Visa Regime, Sicherheitsdiskurse, internationale Abkommen etc. durch aktuelle geopolitische Verschiebungen grundlegend verändert. Das wiederum wirft die Frage auf, wie touristische Mobilität ggf. darauf reagiert, welche Rolle tourismuspolitische Entscheidungen spielen, wer reisen darf, wohin und unter welchen Bedingungen. Denn am Ende kann es durchaus bedeuten, dass es auch für kritische Tourismuswissenschaftlerinnen und Tourismuswissenschaftler zu Konsequenzen für die Reisefreiheit kommen kann. Also ein Thema, von dem nicht nur die Branche, Touristinnen und Touristen, sondern auch Personen wie ich selbst aufgrund meines Berufes betroffen sein können.
Was machst du gerne, wenn du gerade nicht in der Forschung oder Lehre tätig bist?
Dann wühle ich mich durch meine Comic-Sammlung – mit einem guten Comic in der Hand lässt sich die Zeit sehr angenehm vertreiben.
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